Unglaublich, aber wahr: Unser Körper spricht den ganzen Tag mit uns. Er sagt und zeigt uns, wenn wir müde sind, wenn wir zu lange gesessen oder das Falsche gegessen haben, wenn wir unter Stress stehen oder wenn wir mal eine Pause brauchen. Dann meldet er sich mit Verspannungen, Kopfschmerzen, Unruhe, schlechtem Schlaf oder einfach nur mit einem flauen Gefühl im Bauch.
Unser Körper schweigt nicht, nur hören wir häufig nicht zu – das ist ein echtes Problem. Stattdessen machen wir weiter und „funktionieren“ weiter, trinken Kaffee (oder Red Bull), verkürzen unsere Pausen (oder verschieben sie) oder sagen, dass wir „nur noch schnell diese eine Aufgabe erledigen müssen (und dann is´ aber auch gut)“.
Kurzfristig funktioniert das meistens ziemlich gut, langfristig aber meldet sich unser Körper immer lauter, deutlicher und heftiger.
Achtsam ggü. dem eigenen Körper zu sein, heißt daher unseren Körper (und das, was er uns sagt) bewusst wahrzunehmen, bevor er uns ein STOP-Schild zeigt und zum Innehalten zwingt.
Warum unser Körper ein echt guter Ratgeber ist.
Unser Körper reagiert häufig schneller als unser Kopf und unser Verstand: Bevor wir bewusst merken, dass uns etwas belastet, verändert sich oft bereits unsere Atmung, die Schultern verspannen sich, der Schlaf wird unruhiger oder unsere Konzentration lässt nach.
Unser Körper reagiert exakt auf das, was ihm und uns tatsächlich passiert. Wenn wir lernen, die Signale unseres Körpers wahrzunehmen (und dann auch noch ernst zu nehmen), erkennen wir sog. Überlastungsmomente früher und können ggf. rechtzeitig gegensteuern.
Achtsamkeit ggü. dem eigenen Körper hilft uns dabei, …
- Stress früher zu erkennen,
- Erschöpfung vorzubeugen,
- unser Wohlbefinden langfristig zu stärken,
- die eigenen Belastungsgrenzen besser einzuschätzen,
- unsere Verbindung zw. Kopf und Körper bewusster wahrzunehmen.
Denn: Unser Körper ist kein Instrument oder Werkzeug, das funktionieren muss – er ist ein Frühwarnsystem, das uns jeden Tag superwichtige Informationen liefert.
Wie du mehr Achtsamkeit für deinen Körper entwickelst.
Oft kümmern wir uns erst dann um unseren Körper, wenn irgendwelche Beschwerden auftreten. Dabei sollten wir unserem Körper deutlich früher zuhören. Achtsam und sorgsam mit dem eigenen Körper umzugehen beginnt daher bereits im Alltag – mit der Frage „Wie geht es meinem Körper denn jetzt gerade?!“. Je häufiger wir uns diese Frage stellen, desto besser lernen wir, unsere (körperlichen) Bedürfnisse nicht nur wahr-, sondern sogar ernst zu nehmen.
Fünf Wege zu mehr Achtsamkeit für deinen Körper.
1. Starte deinen Tag mit einem Körper-Check (statt als erstes Emails zu checken).
Bevor du frühmorgens deine eMails oder Social Media-News liest, nimm dir besser eine Minute Reflexionszeit: „Wie habe ich geschlafen? Fühle ich mich erholt?“. Dieser superkurze Check richtet den Blick nach innen, bevor der Alltag deine Aufmerksamkeit wieder nach außen lenkt.
2. Nimm physische Veränderungen bewusst wahr (nicht erst körperliche Beschwerden).
Achtsam zu sein bedeutet, auch die kleinen Veränderungen des Körpers ernst zu nehmen. Vielleicht bist du plötzlich schneller erschöpft als sonst, deutlich ungeduldiger oder dein Rücken meldet sich häufiger als sonst, … – solche Zeichen sind das Vorspiel zu den echten Warnsignalen, die dann später kommen.
3. Plane Erholungsphasen (genauso ernsthaft wie wichtige Termine).
Besprechungen, Abgabefristen und Geburtstage tragen wir alle selbstverständlich in unsere Kalender ein. Aber Erholung?! Die soll „irgendwie“ zwischendurch passieren, wenn es zufällig gerade mal passen sollte. Wenn wir aber Pausen bewusst planen, erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese auch wirklich einhalten und uns wie geplant erholen.
4. Achte auf das, was dir Energie gibt (und auf das, was sie dir nimmt).
Nicht jede Belastung ist körperlich: Manche Menschen kosten uns Kraft und manche Gewohnheiten oder Glaubenssätze leider auch. Beobachte daher mal eine Woche lang, nach welchen Tätigkeiten oder Treffen du dich ruhig oder ausgeglichen fühlst – und nach welchen nicht.
5. Behandle deinen Körper nicht wie eine Maschine (sondern wie einen Freund).
Auto bekommen von uns regelmäßig Kraftstoff, Wartung und Pflege. Unserem eigenen Körper gestehen wir diese Fürsorge oft erst zu, wenn er nicht mehr funktioniert. Bewegung, Schlaf, ausgewogene Ernährung und Erholung sind aber die Grundlage dafür, dass wir überhaupt leistungsfähig bleiben – und nicht eine Belohnung dafür etwas geleistet zu haben.
FAZIT. Mein Impuls für dich.
Betrachte das „Funktionieren“ deines Körpers nicht als selbstverständlich. Je besser du die Signale deines Körpers kennst, desto früher erkennst du, wann dir etwas guttut oder wann es Zeit ist, etwas zu verändern und wann du Erholung brauchst.
Unser Körper verdient Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Wenn wir achtsam mit unserem Körper umgehen, stärken wir nicht nur unsere körperliche Gesundheit, sondern bekommen eine ordentliche Portion Widerstandskraft und Wohlbefinden gleich noch dazu.
Kurz, knapp & klar: Dein Körper meldet sich laut und lange, bevor er streikt. Achtsamkeit bedeutet, ihm zuzuhören, solange er noch leise spricht – und nicht erst, wenn er schreit.
