Sind Träume nur Schäume?

Viele fragen sich, welchen Sinn die Beschäftigung mit Träumen überhaupt hat. Ist „Träume sind Schäume“ nicht ein treffendes Sprichwort? Oder sind Träume vielleicht doch mehr als nur ein Wirrwarr aus Bildern und Geschichten?

Aus meiner persönlichen Erfahrung, aber auch im beruflichen und privaten Umfeld wird mir immer mehr deutlich, wie wichtig diese nächtlichen Botschaften für uns sein können. Ganz besonders deutlich zeigen uns das sogenannte Wiederholungsträume, also Träume, die immer wieder mit exakt oder fast identischem Inhalt auftreten. Die Erfahrung zeigt, dass diese Träume dann aufhören, wenn ihre Bedeutung, ihre Botschaft an uns, entschlüsselt worden ist. Das kann die Aufforderung sein, eine unliebsame und lange aufgeschobene Aufgabe in Angriff zu nehmen, uns mit jemandem auszusöhnen, uns mit einer Charaktereigenschaft auseinander zu setzen, die wir nicht an uns mögen, eine Schuld einzugestehen, uns mit dem Tod auseinander zu setzen oder etwas ganz Anderes. Wenn wir diese Botschaft aber immer wieder beiseite schieben, bleibt unserem Unbewussten gar nichts Anderes übrig, als immer lauter zu klopfen, den Traum immer häufiger und eindringlicher zu präsentieren, bis wir uns auf den Weg des Verstehens begeben.

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Was Nettes zwischendurch

Kleine Komplimente haben oft unverhofft große Wirkung – das konnte ich letzte Woche wieder erleben. Nach einem langen Arbeitstag kam ich nach Hause und traf im Treppenhaus zum ersten Mal seit ich dort wohne den Mann vom Gebäudeservice, welcher gerade dabei war, den Boden zu wischen. Dabei kam es zu folgendem Dialog:

Ich: Ah! Sie machen hier also immer so toll sauber! Vielen Dank. Ich freue mich immer an dem sauberen Treppenhaus.

Er (hält inne, sieht mich mit großen Augen an): … jetzt echt? … dass mir jemand mal sowas sagt, das passiert vielleicht ein Mal im Monat. Ich mach ja auch den Streudienst…

Ich (dazwischengeworfen): Dafür bin ich SO dankbar!

Er: …Und so ziemlich jeden Tag schreit irgendjemand aus ’nem Fenster und sagt mir, ich würde zu viel streuen oder zu wenig, zu früh räumen oder zu spät, oder dass ich doch einen Streifen auf dem Weg ungestreut lassen soll, schließlich würde man ja sonst das Salz ins Haus tragen usw… Immer ist irgendjemand nicht zufrieden. Dabei steh ich um viertel nach vier auf, damit jeder morgens sicher aus dem Haus gehen kann!
Das tut mir jetzt so gut, dass Sie mal was Nettes sagen.


… und er putzte danach beschwingt weiter…

Kleine Geste, große Wirkung… 🙂 Was Nettes zwischendurch tut uns allen doch mal gut… stimmt’s?

Mein Podcast-Roll

Lange war es still – meine herzliche Entschuldigung dafür. Die neue Arbeitstelle, von der ich beim letzten Gänseblümchen berichtet habe, gefällt mir gut, allerdings hat sie zusammen mit einigen anderen Aktivitäten im Januar doch viel Zeit gekostet. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass der Februar etwas überschaubarer wird und sich hier im Blog dann auch wieder mehr tut.

Berufsbedingt sitze ich viel im Auto und habe kürzlich die Welt der Podcasts (beim Autofahren) für mich entdeckt, weswegen ich den ersten Beitrag des neuen Jahres nutzen möchte, um euch meinen aktualisierten Podcast-Roll ein wenig ausführlicher darzustellen…

Jung und freudlos: Eine Assistenzärztin, ein Assistenzarzt und ein Medizinstudent podcasten aus der Uniklinik Freiburg zu allen möglichen psychotherapeutischen Themen; hauptsächlich geht es um verschiedene Diagnosen und mögliche Behandlungen. Immer wieder laden sie auch Experten ein, mit denen sie ins Gespräch kommen. Insbesondere für Laien empfehlenswert, da immer mit den Grundlagen des jeweiligen Themas begonnen wird. Aber auch als Fachmann/-frau hört man noch spannende Zusatz-Infos. Ganz abgesehen davon, dass Ismene, Sebastian und Moritz die Folgen einfach sehr sympathisch gestalten. 🙂

Lacast: Zugegeben – beim Lacast muss man es wirklich wollen. 😉 Florentin Will kommt regelmäßig mit dem Lacan-Experten Rolf Nemitz ins Gespräch, um die Psychoanalyse nach Jacques Lacan zu ergründen, welche sich selbst nicht als Psychotherapieform versteht. Die Folgen bauen aufeinander auf und vermitteln das Grundgerüst des lacanianischen Denkens. Ein durchaus spannendes Gedankenspiel, das dem Hörer immer wieder Denkanstöße mitgibt. Grundwissen in „normaler“ Psychoanalyse sind an einigen Stellen von Vorteil.

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Auf dem Weg zum Jahreswechsel 5

Silvester steht vor der Tür und damit auch der letzte Impuls. Am letzten Tag darf man Dinge ja vielleicht auch ein bisschen anders machen und so gibt es heute zwei verschiedene Teile. 🙂
Im ersten geht es um einen Aspekt, der bisher noch keine Beachtung bekommen hat, nämlich unser Körper:

  • Wie habe ich im vergangenen Jahr die Beziehung zu meinem Körper erlebt? Habe ich mich überhaupt in Beziehung mit ihm gefühlt?
  • Womit habe ich meinem Körper Gutes getan?
  • Womit habe ich meinem Körper geschadet?
  • Gibt es etwas, das ich mir von meinem Körper gewünscht hätte?
  • Wofür bin ich meinem Körper dankbar?

Im zweiten Teil geht es um Überschriften:

  • Welche Überschrift gebe ich dem Jahr?
  • Welche Überschriften gebe ich den einzelnen Monaten?
  • Gibt es andere sinnvolle Abschnitte, in die ich das Jahr unterteilen kann und denen ich Überschriften zuordnen möchte?

… mit diesen Gedanken wünsche ich euch/Ihnen allen einen schönen Jahreswechsel in ein gutes, neues Jahr 2019 mit vielen besonderen Momenten und wertvollen Begegnungen!

… und noch ein Comic zum Abschluss:

© Liz Climo

http://lizclimo.tumblr.com/post/106742350204/happy-new-year-may-it-be-a-prosperous-one

Auf dem Weg zum Jahreswechsel 4

Am vorletzten Tag der „Reise“ zum Jahreswechsel geht es um die Spiritualität. Im weitesten Sinne, sodass möglichst jeder ein paar Fragen findet, mit denen er etwas anfangen kann.
Heute gerahmt von Zitaten.

„Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.“

Ernst Bloch
  • Hat Spiritualität / Religiosität im vergangenen Jahr eine Rolle in meinem Leben gespielt?
  • Habe ich in spiritueller Hinsicht eine besondere Erfahrung gemacht?
  • Hatte ich (religiöse oder nicht-religiöse) Rituale, die mich in meinem Alltag begleitet haben? Taten sie mir gut? Hätte ich mir welche gewünscht?
  • Gibt es eine spirituelle/religiöse/… Person, von der ich in diesem Jahr diesbezüglich etwas gelernt habe?
  • War ich auf einem Retreat oder einer anderen Form der „Reise“/Besinnungstage? Konnte ich etwas davon im Alltag integrieren?
  • Hatte ich zu irgendeinem Zeitpunkt Sehnsucht nach einem höheren Wesen/einer höheren Macht/Gott?

„Menschen sind
wie Kirchenfenster.
Wenn die Sonne scheint,
strahlen sie in allen Farben,
aber wenn die Nacht kommt,
kann nur ein Licht im Innern
sie voll zur Geltung bringen.“

Elisabeth Kübler-Ross


Auf dem Weg zum Jahreswechsel 3

Heute mal ganz klassisch: Wichtige Ereignisse des (fast) vergangenen Jahres. Im Persönlichen, im Beruflichen, im Politischen, …

(In diesem Zusammenhang: Ein herzliches Willkommen allen neuen Followern und einfach-so-Lesern, die in den letzten Wochen hinzugekommen sind! Für mich ein sehr freudiges Ereignis. 🙂 )

  • Was war für mich das schönste Ereignis?
  • Welches hat mich am meisten überrascht?
  • Welches hat mich am meisten verletzt?
  • Welche politischen Ereignisse haben emotional etwas in mir ausgelöst?
  • Gab es einen Umbruch in meinem Leben?
  • Hat ein Ereignis nicht stattgefunden, das ich mir gewünscht hätte? Warum nicht?
  • Zu welchem (schönen) Ereignis habe ich maßgeblich beigetragen?
  • Was war meine beste Idee, die ich umgesetzt habe?
  • In welchem Moment war ich am glücklichsten?

„Man kann Punkte nicht verbinden, wenn man sie vor sich sieht. Die Verbindung ergibt sich erst im Nachhinein. Deshalb muss man darauf vertrauen, dass sie sich irgendwann zusammen fügen.“

Steve Jobs

Bildnachweis Titelbild: Ursprüngliches Bild von Pixabay; selbst bearbeitet

Hänschen Klein – von ungesunden Bindungen und nötigen Ablösungen

Wer kennt es nicht – das berühmte Lied „Hänschen Klein“? Seit Generationen gehört es zu einem der Klassiker der deutschen Kinderlieder. Der Text ist wohlvertraut:


Hänschen klein, ging allein
In die weite Welt hinein,
Stock und Hut stehn ihm gut,
Ist gar wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
Hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt sich das Kind,
kehrt nach Haus geschwind.

Aber was sagt dieser Text eigentlich aus? (Vorwegnahme: das ist nicht das Original; das kommt später…)

Psychologisch etwas ziemlich Fatales. Doch beginnen wir am Anfang: Wir haben Hänschen, das in die weite Welt geht. Es ist ausgerüstet mit dem, was es braucht und ist zuversichtlich, seine Reise anpacken zu können. „In die Welt ziehen“ gehört zum Erwachsenwerden, nur durch Ablösung von der Mutter bzw. den primären Bezugspersonen können wir psychisch reifen.

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