Es gibt Menschen, die erleben Veränderungen und denken sofort: „Das wird schwierig, aber ich finde einen Weg.“ Und dann gibt es die anderen, die denken „Das schaffe ich niemals.“, „Dafür bin ich einfach nicht gemacht.“ oder „Das bringt doch sowieso nichts.“
Der Unterschied liegt in der Haltung, die sie ggü. Veränderung einnehmen. Und ganz konkret: in ihrer Selbstwirksamkeit – in ihrer inneren Überzeugung, dass sie Einfluss auf ihr Leben nehmen können. Nicht alles kontrollieren, nicht jede Krise verhindern und auch nicht jede Situation gewinnen können – aber immer handeln können.
WIESO Selbstwirksamkeit deutlich mehr als „Du musst nur fest genug dran glauben“ ist.
Selbstwirksame Menschen glauben nicht, dass automatisch alles immer klappt. Sie gehen nur grundsätzlich davon aus, dass ihr eigenes Verhalten einen Unterschied machen kann – und das bringt sie ins Handeln. Denn wer sich selbst als handlungsfähig erlebt,
- lernt schneller,
- probiert eher Neues aus,
- hält Rückschläge länger aus,
- bleibt positiver und flexibler unter Druck
- und gerät seltener in lähmende Resignation.
Menschen mit geringer Selbstwirksamkeit dagegen fühlen sich Veränderungen oft ausgeliefert.
WESHALB Veränderungen ohne Selbstwirksamkeit schnell bedrohlich wirken.
Unser Gehirn mag Kontrolle, Veränderung bedeutet aber meistens erst einmal Unsicherheit, neue Anforderungen, mögliche Fehler und fehlende Routinen. Wenn Menschen gleichzeitig dann auch noch wenig Vertrauen in die eigene Bewältigungsfähigkeit haben, entsteht schnell Unsicherheit. Dann wird aus einem „Das ist neu.“ ganz schnell ein „Das überfordert mich.“
Nur: Wer sich selbst wenig Einfluss zutraut, vermeidet häufiger Herausforderungen. Was kurzfristig zwar beruhigt, aber langfristig eher die eigene Unsicherheit bestätigt.
Selbstwirksamkeit funktioniert genau andersherum:
Man erlebt sich als aktiv, sammelt Erfahrungen, wächst an Herausforderungen – und entwickelt dadurch mehr Vertrauen in die eigene Fähigkeit, auch mit zukünftigen Veränderungen umgehen und diese meistern zu können. Warum? Weil man sich selbst als weniger hilflos erlebt.
WARUM selbstwirksame Menschen psychisch stabiler bleiben.
Selbstwirksamkeit schützt nicht vor Krisen, aber sie verändert den Umgang damit.
Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit …
- erholen sich schneller von Rückschlägen,
- bleiben unter Unsicherheit eher handlungsfähig,
- sehen Veränderungen häufiger auch als Möglichkeit,
- suchen eher nach Lösungen statt nur nach Schuldigen,
- interpretieren Rückschläge seltener als persönliches Problem.
Bei Herausforderungen denken sie eher „Das wird anstrengend.“ statt „Ich bin dem nicht gewachsen.“
WIE sich Selbstwirksamkeit lässt sich trainieren lässt?
Über Erfahrungen – bspw. SO:
- Kleine Erfolge ernst nehmen.
Selbstwirksamkeit entsteht vor allem durch kleine Erfahrungen wie etwas Schwieriges trotzdem erledigen, eine unangenehme Situation bewältigen, eine neue Fähigkeit lernen, eine Entscheidung treffen oder nach einem Misserfolg einfach weitermachen.
- Nicht permanent auf perfekte Bedingungen warten.
Selbstwirksamkeit entwickelt sich meistens im Handeln, d.h. mitten in Situationen, die zunächst leicht unangenehm, unsicher oder ungewohnt sind. Deshalb ist der Satz „„Ich mache das erst, wenn ich bereit bin.“ oft einfach eine Umschreibung für „Ich möchte Unsicherheit möglichst vermeiden.“
- Fehler nicht mit Identität gleichsetzen.
Menschen mit geringer Selbstwirksamkeit interpretieren Fehler oft persönlich – mit einem „Ich kann das nicht.“, „Ich bin ungeeignet.“ oder einem „Das beweist mal wieder alles.“ Selbstwirksame Menschen betrachten Fehler eher als Information, sie denken eher „Was funktioniert noch nicht?“.
- Den eigenen Einflussbereich bewusst wahrnehmen.
Gerade in unsicheren Zeiten richten viele ihre Aufmerksamkeit leider vermehrt auf Dinge, die sie nicht kontrollieren können wie politische Entwicklungen, die Wirtschaftslage oder Zukunftsszenarien. Das erzeugt allerdings schnell Hilflosigkeit. Hilfreicher ist regelmäßig die Frage „Worauf habe ich heute konkret Einfluss im Leben?“ Und das sind manchmal kleine Dinge wie eine Entscheidung, ein Gespräch, ein Schritt oder auch eine Fähigkeit, die man ab heute weiter ausbauen kann.
Mein FAZIT. Zum Mitnehmen.
Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit erleben Veränderung nicht automatisch als Bedrohung ihrer Stabilität. Sie trauen sich eher zu, mit Neuem umgehen zu können – selbst dann, wenn noch nicht alles sicher, gewiss oder planbar ist.
Kurz, knapp & klar: Selbstwirksamkeit ist heute und in Zukunft eine enorme Stärke. Denn die Welt wird vermutlich nicht aufhören, kompliziert zu sein. Aber wir können lernen, besser damit umzugehen.

