Ritzen

Wenn der innere Kampf nach außen dringt

In meiner psychotherapeutischen Arbeit spreche ich häufig mit (hauptsächlich) jungen Menschen, die sich ritzen oder früher geritzt haben. Meist erzählen sie mir, dass sie im Umfeld auf großes Unverständnis stoßen. Häufig hören sie Aussagen wie „Lass es doch einfach sein!“ oder „wie kannst du sowas nur machen??“ und fühlen sich unverstanden. Leider höre ich auch immer wieder von Fällen, in denen die Betroffenen selbst bei Psychotherapeuten auf Unverständnis getroffen zu sein scheinen.
In diesem Artikel möchte ich einen kleinen Einblick in dieses Thema geben, mit dem sich eigentlich ganze Bücher füllen lassen.

Ritzen – was ist das überhaupt?

Beim Ritzen schneidet sich die betroffene Person mit einem spitzen/scharfen Gegenstand, oft eine Schere oder Rasierklinge, in die Haut. Häufig wird dazu die Innenseite des Unterarms benutzt, aber auch der Oberschenkel oder andere Stellen sind möglich. Bei den Wunden handelt es sich um Einschnitte unterschiedlicher Tiefe und Länge, die von leichten Kratzern bis hin zu relativ tiefen Schnitten reichen können.

Warum ritzen sich Menschen?

Die Gründe fürs Ritzen sind meiner Erfahrung nach mindestens so verschieden wie die Menschen selbst. In meinen Gesprächen versuche ich, mit der betroffenen Person eine möglichst individuelle Antwort auf diese Frage zu finden.

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