Gänseblümchen des Monats

Vorträge, Verbandsarbeit und Kanonen…

Gänseblümchen

 

… nachdem schon wieder einige Zeit seit dem letzten Gänseblümchen vergangen ist, heute mal eine Monats-Zusammenfassung.

 

  • Ich habe mit einem guten Freund und Kollegen (Erziehungswissenschaftler) einen Vortrag zum Thema „Computerspiele aus psychotherapeutischer und pädagogischer Sicht“ konzipiert, den wir kommende Woche an der ersten Schule halten werden. Ziel ist es, es Eltern, Lehrern und anderen Interessierten zu ermöglichen, sich differenziert über das Thema „Computerspiele“ zu informieren.
    Die Entwicklung des Vortrags hat mir große Freude bereitet und noch mehr freue ich mich darauf, ihn nun vielen Menschen zugänglich machen zu können. [Für die Tübinger Leser: Auch in Tübingen wird es im nächsten Jahr Vorträge geben; da stehen die genauen Daten allerdings noch nicht fest.]

  • Auch sind Vortragsanfragen zum Thema „Träume“ eingegangen, auf die ich mich schon sehr freue. Nächster Vortrag in Tübingen am 10.12., 15 Uhr, Begegnungsstätte Hirsch. Ab dem 11.12. wird es bei genügend Interesse eine Träume-Gesprächsgruppe geben.

     

  • Im letzten Beitrag hatte ich erwähnt, dass ich aufgrund verschiedener Verbandsaktivitäten zeitlich eingeschränkt bin. Vor Kurzem hatte ich als Teilprojektleiterin die Möglichkeit, auf der jährlich stattfindenden Lehrendenkonferenz der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse erste große Ergebnisse unseres Theorie-Entwicklungsprojekts zu präsentieren. Unter Anderem haben wir zu fünft sämtliche Artikel der deutschsprachigen Zeitschrift für Transaktionsanalyse (fast 600 Artikel!) verschlagwortet und auf Theorie-Entwicklung hin untersucht. Wir konnten große Schätze heben und ich bin sehr stolz auf dieses Projekt, das langfristig auch der Öffentlichkeitsarbeit dienen soll. Die Transaktionsanalyse hat wunderbare Konzepte und Methoden!

     

  • Kleines Erlebnis aus dem Urlaub (der schon an sich ein Gänseblümchen Wert wäre): Auf dem Gelände des Hotels, in dem ich wohnte, befanden sich noch Original-Kanonen aus dem 19. Jahrhundert. Ein etwa Dreijähriger lief mit seiner Mutter an einer dieser Kanonen vorbei und hielt sich die Ohren zu: „Mama, ich hab Angst, dass die losgeht!“. Die Mutter ganz cool: „Die ist kaputt“.
    Mir hat daran gut gefallen, dass sie sich ganz auf die Erlebniswirklichkeit des Kleinen eingelassen hat und eine seinem Verständnishorizont angepasste beruhigende Erklärung abgegeben hat. Ich habe im ehrenamtlichen Kontext mit Menschen mit Demenz zu tun. Natürlich kann man Dreijährige aus verschiedensten Gründen nicht mit Dementen vergleichen, aber hier sehe ich eine Gemeinsamkeit: Wenn mir eine demente Dame begegnet, die in Sorge ist, ob sie ihren Zug nach Hause noch erreichen kann, begleite ich sie freundlich ein Stück und sage, dass der Zug heute Verspätung hat und wir sogar noch einen Kaffee trinken können. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit, aber es holt sie in ihrer Lebenswirklichkeit und ihrem Verständnishorizont ab. Es würde sie zutiefst verunsichern, wenn ich ihr erklären würde, dass sie im Heim lebt und dass es da gar keinen Zug gibt.

    Wir alle haben kindliche Anteile in uns, die zu jung für rationale Erklärungen sind und denen wir über fürsorgliche Intuition, über Geschichten, Bilder und Phantasie Gutes tun können. Vielleicht kann die kaputte Kanone uns ja immer wieder daran erinnern, auch diesen Anteilen Beachtung zu schenken. In unserer rationalen Welt nicht immer ganz so leicht, aber sehr lohnenswert…

 

Die Idee der Gänseblümchen der Woche habe ich von Annie von Hoffnungsschein, die hier ein wenig darüber schreibt.

Da ich ja hier in erster Linie als Professionelle blogge, werde ich mich auch hauptsächlich auf psychotherapeutische Inhalte konzentrieren. Wenn ich von einer Gegebenheit aus der Praxis berichte, kann es aus Datenschutzgründen sein, dass sie nicht aus dieser Woche ist. Vielleicht war die junge Dame auch eine ältere Dame oder die Hauptschülerin ein Student – aber am Kern ist schon was dran… 🙂